Das neue Stadtquartier Grünheide Bielefeld

An der Jöllheide im Nordwesten des Bielefelder Stadtbezirks Mitte entsteht jetzt das Wohnquartier Grünheide. Es wird mit rund 600 Wohneinheiten eines der größten der Stadt. Auf acht Hektar Fläche will der Investor Amandla International GmbH & Co. KG (Unna) 400 City-Appartements – darunter rund 100 Sozialwohnungen – in zwei- bis dreigeschossigen Häusern mit aufgesetzten Staffelgeschossen errichten. Dazu entstehen 30 Doppelhäuser, 15 Reihenhäuser und neun freistehende Einfamilienhäuser.
In einem weiteren Bauabschnitt können zur Bahnlinie hin weitere Gebäude mit rund 100 Wohneinheiten entstehen. Angedacht sind Spezialimmobilien für Pflegeeinrichtungen oder Studentenwohnungen. Ein weiterer wichtiger Teil des Konzepts ist eine fünfzügige Kindertagesstätte. Die Gesamtinvestition liegt ersten Kalkulationen zufolge bei mehr als 100 Millionen Euro. Die Grundsteinlegung sol im Sommer 2020 erfolgen; die Fertigstellung soll in etwa vier Jahren sein.

Reich + Hölscher stellen erste Ergebnisse des Energiekonzepts vor

Grünheide könnte Plus-Energie-Siedlung werden

Die Grünheide könnte das erste große Bielefelder Wohnquartier werden, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Dies ist das Ergebnis einer ersten Voruntersuchung für ein innovatives Energieversorgungskonzept. Das stellte gestern das Bielefelder Ingenieurbüro Reich + Hölscher in einem Workshop für die Projektentscheider vor.

Thomas Leidecker, Leiter der Projektentwicklung bei Reich + Hölscher, hat für die Voruntersuchung von Bedarf und Leistung von Wärme und Strom mehrere Versorgungsmodelle für die Mehrfamilienhäuser und die KiTa im Quartier gerechnet: Eines bindet neben einer Photovoltaikanlage auf allen im Kfw-Standard 55 oder besser errichteten Mehrfamilienhäusern Fernwärme ein, das zweite koppelt die Fernwärme mit Luft-Wasser-Wärmepumpen in jedem Gebäude, ein drittes die zusätzliche Aufheizung von Heißwasser mit Erdgas-Brennwerttechnik. Ein viertes Modell – das zugleich den ersten Systemvergleich klar gewann – besteht nur aus drei großen Luft-Wasser-Wärmepumpen in einer Energiezentrale und der PV-Technik.

Strom aus der Sonne, Wärme aus der Luft

Darin wird mit dem Strom aus Sonne und der Wärme aus der Luft das Wasser für die Beheizung der Wohnungen auf eine Vorlauftemperatur von 45 Grad erwärmt. Das reicht für die Fußbodenheizungen in den knapp 400 Wohnungen vollkommen aus. Ein zweiter Teil des Stroms dient in jedem Gebäude der Nacherhitzung von Warmwasser für Bad und Küche. Die Häuser werden durch ein Nahwärmenetz mit mehreren, insgesamt 60.000 Liter fassenden Wasserspeichern – die zugleich als Energiepuffer dienen – verbunden. Ein dritter Teil des erzeugten Stroms fließt in Licht, Komfort und Technik für die Bewohner. Große Vorteile dieser Lösung: Die Energie wird direkt im Quartier erzeugt, kurze Leitungswege und niedrige Vorlauftemperaturen minimieren die Transportverluste. Eine zentrale Speicherung des regenerativ erzeugten Stroms ist aufgrund des Kostenaufwands derzeit nicht vorgesehen. Deshalb kommt diese Lösung auch nicht ohne den Zukauf von Strom aus. Denn ein Teil des Verbrauchs liegt in den sonnenarmen Stunden.

Stellten Ihre Ideen für die Energieversorgung des neuen Bielefelder Wohnquartiers Grünheide vor: Thomas Leidecker und Michael Kapke vom Ingenieurbüro Reich + Hölscher.      Fotos (2): KonText-Kontor

Zweite Stufe der Machbarkeitsstudie

In einem zweiten Schritt der Voruntersuchung sollen jetzt sowohl die rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Detailfragen geklärt werden. Dabei gilt es, die Kosten und Erlöse der verschiedenen Modelle zusammen zu tragen und gegeneinander zu stellen, um am Ende zu einer umfassenden Abwägung zu kommen. Erste Ideen für eine Betreibergesellschaft für die Erzeugung und Vermarktung von Wärme und Strom gibt es bereits.

Kapke: „Neue Wege wagen“

Michael Kapke, Inhaber des Ingenieurbüros Reich + Hölscher, appellierte an die Projektbeteiligten, in der Energieversorgung neuer Wohnquartieren „neue Wege zu wagen.“ Die seien in der Planung vielleicht komplizierter aber im späteren Betrieb dauerhaft viel einfacher. Die Baustandards seien mittlerweile so hoch und damit der Energiebedarf so niedrig, dass in der Vergangenheit übliche Versorgungsmodelle längst überholt seien. Das Grundkonzept für die Bielefelder Grünheide sei so verblüffend nachhaltig, dass es – gerade auch im Sinne der künftigen Bewohner – lohnen würde, eventuelle Widerstände zu überwinden.

Investor will niedrige Betriebskosten

Lars Esser-Carius, Geschäftsführer des Grünheide-Investors Amandla International GmbH & Co. KG (Unna), lobte die Herangehensweise der Energie- und Haustechnik-Planer. Und auch ihren Mut zur Innovation: „Unsere Herausforderung besteht darin, den späteren Mietern trotz extrem hoher Baustandards langfristig bezahlbare Wohnungen anzubieten. Und dabei spielt eine wichtige Rolle, wie gut es uns gelingt, die Betriebskosten dauerhaft niedrig zu halten.“

Wollen gemeinsam die Herausforderungen eines innovativen Energieversorgungskonzepts angehen und die daraus entstehenden Chancen für Investoren und Mieter heben: (von links) Bauleiter Gernot Ladleif und Alexandra Radix von Amandla, Fachanwältin Diana Emmerich, Erschließungsplaner Ralf Fritze, Amandla-Geschäftsführer Lars Esser-Carius, Bauphysik-Ingenieur Michael Petersen, Elektroplaner Frank Westerbarkei sowie Michael Kapke und Thomas Leidecker von Reich + Hölscher.

Rückfragen zur innovativen Energieversorgung der Grünheide richten Sie bitte an den Leiter unserer Projektentwicklung:

Thomas Leidecker
Fon 0521 329465-28
E-Mail t.leidecker@reich-hoelscher.de.

Mehr Infos zur Grünheide

Alle Infos zum neuen Bielefelder Wohnquartier Grünheide finden Sie auf der Webseite www.gruenheide-bielefeld.de. Der Investor ist über die Website www.amandla-international.de zu erreichen.

Copyright Illustrationen: Amandla International

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